Chronik Reitergruppe Stiefenhofen


1935 - 1949

 

In den 30iger Jahren haben verschiedene Ortsgemeinden im Westallgäu ihr Kapellenpatrozinium mit einem Umritt ins Leben gerufen. So wurden am 03. November 1935 durch Ortspfleger Wagner die Pferdebesitzer von Hopfen und Umgebung zu einer Besprechung eingeladen, bei der auch HH Benefiziat Abmayer von Stiefenhofen anwesend war. Im Laufe der Besprechung kam man auf Anregung des Herrn Benefizianten zu dem Entschluss, die Feier mit einem Umritt und einer Pferdesegnung zu verbinden. Zunächst wurden nur Reiter aus der näheren Umgebung von Hopfen eingeladen.

 

Bei guter Witterung fand dann am 08. November um 08.30 Uhr der erste Martinsritt statt. Auf dem Ritt nach Hopfen wurde ein Rosenkranz gebetet. Die Messe wurde dann in der Kapelle von Hopfen abgehalten. Danach hielt Herr Benefiziat eine schöne, sinnige Ansprache,  und anschließend wurde bei der Pferdesegnung jedes einzelne Pferd mit Weihwasser besprengt. Nun folgte der Umritt in die Ortschaft, wobei fünf "Vater unser" und das Glaubensbekenntnis gebetet wurden. Der Reiterprozession schlossen sich alle anwesenden Gläubigen an.

 

Am 1. Martinsritt beteiligten sich 32 Pferde. Seit dem Jahr 1935 fand nun alljährlich der Martinsritt in Hopfen statt und bürgerte sich als eine feste Tradition in das Gemeindeleben ein. Jedoch gingen die Wirren des 2. Weltkrieges auch an Stiefenhofen nicht spurlos vorüber. Deshalb fand in den Jahren 1940 – 1945 lediglich ein Gottesdienst im Kirchlein zu Hopfen statt.

 

1950 -1959

 

Im Jahre 1950 verzeichnete der Martinsritt einen Rekord in seiner noch jungen Geschichte. Dem schönen Spätherbst war es wohl zu verdanken, und nicht zuletzt da es gerade ein Sonntag war, dass sich 136 Pferde mit ihren Reitern auf den Weg nach Hopfen machten.

 

Mit Ausnahme des Jahres 1951 fand der Martinsritt fortan immer an einem Samstag oder Sonntag statt, was eine große Beteiligung von Reitern zur Folge hatte.

 

Ende der 40-iger Jahre entstand der Wunsch unter den Reitern nach einer eigenen Standarte. Dieser Wunsch konnte im Jahre 1952 endlich in die Tat umgesetzt werden. Bis zur Standartenweihe 1952 folgten die Stiefenhofener Reiter einer Tafel mit der Aufschrift „St. Martin mit starker Hand segne unseren Bauernstand“. Die Finanzierung der Standarte war jedoch nur durch die zahlreichen Spenden möglich gemacht worden. Die Standartenweihe fand dann am 28. September des Jahres 1952 statt. Der Patenverein ist die Wendelinsreitergruppe Weiler,  Fahnenpatin Paula Hehle, erster Fähnrich Alois Gomm, welcher versicherte sie allzeit treu zu bewahren und zu beschützen.

 

Am 18. Oktober 1953 war es dann soweit. Es fand die Gründungsversammlung statt. Nachdem die Satzung durchgesprochen war, wurde die erste Vorstandschaft gewählt: Gruppenführer Josef Siegel (Luimena), Kassier Josef Hehle (Hertnegg), Schriftführer Anton Mager (Hopfen). Der Jahresbeitrag wurde auf 1,- DM je Mitglied festgelegt. Auf den ersten Ansatz gab es 39 Mitglieder.

 

Beim Martiniritt am 28. Oktober 1956 herrschte eisige Kälte und starkes Schneetreiben! Aber trotzdem bildeten 120 Pferde den einzigartigen Festzug zu Ehren des hl. Martins. Die Reitergruppe Stiefenhofen - Hopfen beteiligte sich mit stattlichen 48 Pferden.

 

Am 11. Juli 1957 war die Kapellenrenovierung in Hopfen fast abgeschlossen. Zum Abschluss wurden auf der Rückwand 2 Tafeln eingemeißelt, auf der einen wurden die Gefallenen und Vermissten der beiden Kriege, auf der anderen die Gründer des Martinsrittes und die ersten  Martinsreiter vom 08.11.1935 verzeichnet.

 

Bei der Standartenweihe der Reitergruppe Oberstaufen fungierte unsere Reitergruppe als Patenverein im Jahr 1957.

 

Der Martinsritt am 10. November 1957 sollte als Rekord in die Vereinsgeschichte eingehen. Es haben 180 Pferde und über 2000 Besucher daran teilgenommen. Der bayerische Rundfunk war anwesend und zeichnete den Martiniritt auf.

 

Die 1. Weihnachtsfeier fand am 28. Dezember 1958 statt.

 

Am 08. Mai 1959 hatten 13 Reiter der Arbeitsgemeinschaft Westallgäuer Umritte am Heilig-Blut-Ritt in Weingarten teilgenommen. Dabei trug Anton Mager die Standarte der Reitergruppe Stiefenhofen-Harbatshofen. Seither machen sich jedes Jahr am Blutfreitag auch Reiter aus Stiefenhofen auf den Weg nach Weingarten um an der Reiterprozession teilzunehmen.

 

1960 - 1969

 

Am 30. Oktober 1960 feierte unsere Reitergruppe den 25igsten Martinsritt, 1935 – 1960.

 

Am 02. Februar 1963 machte die Reitergruppe bei klirrender Kälte eine mit vier festlich geschmückten Schlitten Fahrt ins Kremlerbad.

 

Am 08. Oktober 1964 bei der ordentlichen Generalversammlung wurde die Anschaffung einer heimatlichen, einheitlichen Tracht für die Reitergruppe beschlossen. Es wurden 10 Trachten angeschafft: Schwarzer Kittel, rote Weste mit Messingknöpfen, schwarze Bundlederhose, weiße Kniestrümpfe, Haferlschuhe und einen schwarzen Trachtenhut.

 

Hervorgehoben sei hier auch der Martinsritt am 30. Oktober 1966. Die Fluren zeigten sich im winterlichen Gewand, dazu wehte ein kalter Nord-Ostwind. Aber dennoch hatten sich 66 Reiter zur Ehre St. Martins auf Benteles Höhe in Isenbretshofen eingefunden. Der Ritt wurde diesmal wegen Straßenteeren nach Hopfen in Isenbretshofen abgehalten.

 

Beim Martinsritt am 29.10.1969 wurde die erste Martinszene gespielt. St. Martin spielte Wurm Martin, der Bettler Baldauf Josef aus Simmerberg.

 

1970 - 1979

 

Am 12. Oktober 1975 feierte der Martinsritt sein 40-jähriges Jubiläum. Leider hing ein grauer Himmel schwer über der Landschaft.

 

Die Reitergruppe unternahm ihren 1. großen  Ausflug am 05. November 1977 zum Leonhardiritt nach Bad Tölz mit 40 Mitgliedern.

 

1980 - 1989

 

Martinsritt am 11. Oktober 1981. Roß und Reiter fehlten, wegen zu starkem Sturm und Regen. Die Feldmesse wurde in vertretbarer Kürze trotzdem abgehalten.

 

Am 20. Februar 1983 unternahm die Reitergruppe die erste Ausfahrt  mit 2 Pferdegespannen nach Schnellers. Dieser Ausflug wurde zu einer festen Tradition und wird nunmehr jährlich abgehalten.

 

Am 27. Oktober 1985 feierte die Reitergruppe Stiefenhofen ihren 50-igsten Martinsritt. Über 2.000 Besucher und zahlreiche Reitergruppen mit 166 Pferden waren gekommen, um an diesem einmalig schönen Fest teilzunehmen. Der Festgottesdienst wurde unter Konzelebration von Pater Basilius, Pfr. Arthur Hochgesang und Pfr. Mader abgehalten. Abgeschlossen wurde die kirchliche Feier mit einem Festzug durch Hopfen, an dem sich die Musikkapelle Stiefenhofen und alle anwesenden Reitergruppen beteiligten. Die Segnung der Pferde nahm Pater Basilius vor.

 

Am 06. Dezember 1985 organisierte die Reitergruppe zum ersten Mal das Nikolausfahren. Der Nikolaus kam mit dem Pferdegespann zu den Stiefenhofener Kindern. Das erste Nikolausfahren unternahmen Keck Peter, Mager Martin und Müller Leo.

 

Am Martinsritt im Jahre 1989 waren nur Reiter aus Stiefenhofen mit ihren Pferden beteiligt. Alle anderen Reitergruppen waren gezwungen, ihre Pferde daheim zu lassen, da die Pferdegrippe auch vor dem Westallgäu nicht Halt machte.

 

1990 - 1999

 

Am 17. Juni 1990 veranstaltete man zum ersten Mal einen Fuhrmannsfrühschoppen auf dem Sennereiplatz in Hopfen.

 

Bei der Generalversammlung am 17 September 1991 wurde beschlossen, im kommenden Jahre eine neue Tracht für die Fahnensektion sowie für die aktiven Reiter zu kaufen.

 

Der Ausflug am 07. November 1992 führte die Stiefenhofener Reiter nach München zum Pferdemarkt und auf die Pferderennbahn.

 

Bei der Generalversammlung am 20. September 1995 wurde der scheidende Vorstand Ludwig Bentele (gest. März 2015) zum Ehrenvorstand ernannt. Er übte dieses Amt 21 Jahre aus.

 

Am 4. September 1996 veranstalte die Reitergruppe zum ersten Mal ein Fuhrmannstreffen, verbunden mit einem Fahrturnier. Trotz des kalten Wetters kamen viele Fuhrmänner auf das Gelände in Jungensberg. Mit im Veranstaltungsprogramm stand u.a. die Disziplin Holzrücken und das Gespann-Fahrer-Turnier.

 

Bei der Generalversammlung am 17. Februar 1997 wurde die Satzung geändert.  Die Reitergruppe Stiefenhofen war somit ein eingetragener Verein.

 

Bei einer außerordentlichen Generalversammlung im Frühjahr 1997 erfolgte die Verschmelzung von Martinsritt und Reitergruppe was schon lange heiß diskutiert wurde.

 

Am 25. Juni 1997 wurde bei einer Ausschusssitzung ein neues Vereinsemblem gestaltet. Es stellt einen Pferdekopf dar, eingefasst mit einem Hufeisen, welches die Inschrift "Reitergruppe St. Martin Stiefenhofen e. V. 1953" trägt.

 

Bei herrlichem Sommerwetter fand am 24.08.1997 das Salzstraßenfest statt, an dem 27 Mitglieder und 31 Pferde aus Stiefenhofen teilnahmen. Am 25.08.1997 waren wir dann in „Bayern live“ zu sehen.

 

Im Juni 1998 veranstaltet die Reitergruppe einen Reitkurs für Erwachsene in Harbatshofen auch wurde ein Fahrkurs organisiert.

 

Der Reitkurs für die Kinder schloss sich dann vom 24. bis 25. Juli 1998 an. Es haben 20 Kinder und Jungendliche teilgenommen.

 

Vom 22. bis 25. April 1999 fand der große Vereinsausflug statt. Die Fahrt ging nach Ungarn mit Besichtigung von Budapest und einen Ausflug in die Puszta mit Reitvorführung.

 

Am Salzfest (25. Juni 1999) in Hindelang hat unsere Reitergruppe teilgenommen. Mit dabei waren 3 Gespanne sowie 6 Reiter als Soldaten.

 

Am 29. August 1999 fand das 4. Fahrturnier in Harbatshofen statt. Bei bestem Wetter wurden 41 Starter wieder von zahlreichen Besuchern angefeuert. Das Ponyreiten und der Streichelzoo kamen bei den kleinen Besuchern sehr gut an.

 

2000 - 2009

 

Im Sommer 2001 folgte die Teilnahme am Salzstraßenfest, es nahmen 30 Stiefenhofener Reiter mit ihren Pferden teil, und dass Fahrturnier in Harbatshofen bei herrlichem Sommerwetter.

 

Das 50jährige Jubiläum der Standarte war Anlass dafür, sie in neuem Glanz erscheinen zu lassen. So entschloss man sich sie zu renovieren und sie im gleichen Zuge wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. In mühevoller Vorarbeit wurde das ursprüngliche Aussehen mit alter Schrift und Bildmaterial rekonstruiert. Als Fahnenpatin fungierte Paula Waldraff (Hehle), als Patenverein die Reitergruppe Weiler und die Standartenabordnung Ludwig Bentele, Thomas Appelt und Josef Hertnagel.

 

Der Martinsritt 2002 mit Weihe der renovierten Standarte stand unter einem besonderen Vorzeichen, da der Festplatz vor der Sennerei verbaut wurde, gab es einen neuen Platz am Hof der Familie Dünser. Dem Zuschauer bot sich ein ungewohnt imposantes Bild des großen Festzuges, da auch die örtlichen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen am Festakt teilnahmen

 

30. und 31. August 2003 fand das 6. Fahrturnier in Harbatshofen statt, das auch zugleich ein Countryfest mit Zelt war.

 

Am 11. März 2004 stand das erste Nachtrodeln am Imberg auf dem Programm.

 

Am 02. Dezember 2006 machten sich ca. 30 Mitglieder auf den Weg zum Pferde- und Weihnachtsmarkt nach Bad Schussenried.

 

Im Sommer 2007 fand wieder einmal das Salzstraßenfest von Oberstaufen nach Simmerberg statt. Bei herrlichem Sommerwetter beteiligten sich die Stiefenhofener mit 38 Pferden.

 

Am 06. Juli 2008 feierte die Musikkapelle Stiefenhofen das Bezirksmusikfest. Auch die Reitergruppe beteiligte sich am Festumzug mit einigen Gespannen und Vorreitern.

 

Im Juli 2009 folgte ein zweitägiger Ausflug in das Werdenfelser Land. Am ersten Tag ging es zum Erlebniskraftwerk Walchensee und  mit der Bahn auf den Herzogstand. Den Sonntag wurde im Freilichtmuseum in Glentleiten verbracht.

 

2010 – bis heute

 

Am 05. Juni 2010 gab es ein Open-Air-Kino am Reitplatz in Harbatshofen. Gezeigt wurde der Westernklassiker „Mein Name ist Nobody“.

 

Am 17. Oktober 2010 fand der Martinsritt zum 75-igsten Mal statt. Es war sehr kalt und nass. Den Stiefenhofener Reiterzug bildete eine spärliche Truppe mit 11 eigenen Pferden. In Burkatshofen schlossen sich noch ein paar wenige Reiter aus Eisenharz, Heimenkirch, Rohrdorf, Röthenbach, Scheidegg, Steibis und Wohmbrechts an. Insgesamt beteiligten sich nur 35 Pferde am Martinsritt. Die Musikkapelle Simmerberg und Stiefenhofen begleiteten den Reiterzug, jedoch ohne Musikwagen. Den Festgottesdienst zelebrierte unser neuer Pfarrer Johann Mair zusammen mit Pfarrer Mader. Aufgrund des schlechten Wetters verzichtete man auf den Umritt durchs hintere Dorf.

 

Im Dezember 2010 fand der Festabend zum 75-igsten Martinsritt mit Chronik und einer Diashow statt.

 

2012 Start der wiederkehrenden Theoriekurse und Reitkurse für Kinder sowie der jährlichen Fackelwanderung.

 

Herbst 2012 fand ein zweitägiger Ausflug nach Rottach-Eggern zum Roßtag statt.

 

2013 war wieder ein Salzzug, aber diesmal ganz von Immenstadt nach Simmerberg. Gemeinsam mit dem Reit- und Fahrverein Weiler-Simmerberg und externen Teilnehmern haben 31 Pferde aufgeteilt auf 17 Reiter und 6 Kutschen davon 1 Vierspänner teilgenommen.

 

Im Dezember 2013 machten sich 9 Mitglieder auf zum Woodstock nach München.

 

Bei der Generalversammlung 2014 wurde die neue Tracht der Frauen – Schwarzes Dirndl mit rötlicher Schürze und Schal vorgeführt.

 

September 2014 folgte eine Ausfahrt zum Fohlenmarkt in Rottenbuch – es konnte kein Fohlen ersteigert werden – zum Leidwesen mancher / zur Freude anderer.

 

Im Herbst 2014 unternahm eine Handvoll Mitglieder einen 2-Tagesausflug in das Vinschgau u.a. zum Schloß "Juval" von Reinhold Messmer.

 

Nicht zu vergessen die Kutschfahrt zweier Mitgliederinnen am Bodensee entlang von einem Winzer zum Anderen in einer historischen Weinkutsche. Es gab viele Zeitungs- und Fernsehberichte über diese Aktion.

 

Bei der Generalversammlung 2015 wurde die vereinseigene Internetseite vorgestellt sowie das neue Logo.

 

Der 80-zigste Martinsritt viel regelrecht ins Wasser. Abgeschreckt vom strömenden kaltem Regen nahmen leider nur eine handvoll Reiter teil.

 

Nach fast 30 Jahren gibt Martin Mager das Amt als Festleiter bei der Generalversammlung 2016 ab. Als solcher war er für die Organisation vom Martinsritt verantwortlich und hat ihn in der Zeit stark geprägt. Der Verein dankt für seine großen Verdienste. Nachfolger wird sein Sohn Martin Mager Jun..

 

2017 nahmen wir am Umzug zum Bezirksmusikfest in Stiefenhofen/Hopfen mit Reitern und Kutschen bei herrlichem Wetter teil.

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